Reisen

Mit Abstand, aber immer noch lebendig.

Blogpause, viel gesehen, viel erlebt. Jetzt wird nachgetragen. Dem englischen Freund habe ich eine eigene Übersetzung meines ersten Reiseberichtes über die Hiking-tour auf dem Abraham path geschickt, schreibe daher weiter auf deutsch.

Gestern bekam ich eine mail von unserem ersten guide Mohammed, der uns Dreien so ausnehmend gut gefallen hat mit seinem offenen und freundlichen Wesen. Wir wollen versuchen, ihm ein Visum für Deutschland zu besorgen, entweder zum Arbeiten oder zum Besuchen. Mal sehen, wie sich der Kontakt nach der erfüllenden Reise und auf die Distanz entwickelt.

In der westbank zogen wir mit ihm von Jenin im Norden in mehreren Tagesetappen bis nach Nablus. Dort sind zwei neue Hiker dazu gekommen, Daniel und Bruce, und die Gruppe bekommt einen neuen guide, Nidal 1. Später haben wir Nidal 2 für den letzten Teil der Reise über Jericho bis Hebron.

Die Wege, die uns in den ersten Tagen im weiten Bogen um Jenin herumführen gehören zu einer Landschaft, die mitunter biblisch anmutet, wenn wir auf Schäfer mit ihren Herden stoßen. Ein Bild dazu habe ich bereits an meinen letzten Bericht gehängt.

Sanfte Berge, jetzt im April noch grün, aber auch steinig mit dicken Brocken, die uns einiges an Mut und Sportlichkeit abverlangen. Olivenhaine auf steinigem Boden. Struppige Wiesen mit Kräutern und Feldblumen, Mandelbäume. Und das Wetter ist nach einem eher kühlen Tag zunehmend wärmer und freundlicher und bleibt es auch, es wird sogar noch heißer je mehr wir nach Süden kommen. Ich habe keinen Regenschirm dabei, und auch keine richtig gute Jacke gegen möglichen Regen und bin etwas besorgt. Immerhin hatte es in Jenin noch wie aus Kübeln geschüttet, die Abflüsse in den Straßen konnten die Wassermassen kaum fassen. An unserem ersten Tag trug Mohammed in seinem Rucksack einen langen Schirm mit sich. Falls ich ihn brauchen sollte, er hatte auch noch eine Regenjacke eingepackt. Auch wenn ich beides nicht gebraucht habe, fühlte ich mich durch diese umsichtige Geste sehr geschützt.

Er hatte noch viel mehr in seinem Rucksack: In den längeren Pausen über Mittag holte er einen schwarzen Wasserkessel heraus und kochte uns Tee, in den er im Vorbeigehen gepflückten wilden Salbei warf. Er lädt den gerade vorbeiziehenden Schäfer zu einem Becher Tee ein. Wir geben ihm auch eine Handvoll Kekse, finden noch einen Müsliriegel, den er gerne annimmt, bevor er sich wieder zu seiner Herde begibt. Doch wenige Zeit später ist er wieder da, er hat für uns auch ein Geschenk: einen Marienkäfer, den er Mohammed auf die Hand setzt. Viel Glück, will er uns damit wünschen.

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