Allgemein

Left and right from the green line

Nun bin ich also in Israel, die erste Woche in Tel Aviv bei Judit. 

Wie immer, wenn ich bei ihr bin, sind die Tage prall gefüllt mit Aktivitäten. Wir kennen uns etwa seit 20 Jahren von einer Konferenz in Ramot Resort am See Genezareth. Und immer, wenn ich seitdem in Israel bin, wohne und lebe ich einige Tage bei Judit. Von Anfang an habe ich mich von ihr ins Schlepptau nehmen lassen. Ich habe sie überall hin begleitet und dadurch viel gesehen und kennen gelernt. Mir hat schon imponiert, wie sie, kaum waren wir in ihr Auto gestiegen (lange Zeit ein Polo), ihr mobile in eine Halterung steckte und während der Fahrten Telefongespräche führte, ohne die Hand dazu zu benutzen. Nur, wenn sie einen neuen Kontakt erreichen wollte, musste sie auf einen Knopf drücken. Für mich waren diese technologischen Möglichkeiten vor Jahren noch unbekannt, doch würde ich mir heute, wenn ich ein neues Auto haben müsste, eines mit einer Freisprechanlage nehmen.  Aber, um gleich die Einschränkung anzufügen: so ein ausgedehntes und gepflegtes Netz von Kontakten mit Familie, Freunden und  Arbeitskollegen hab ich nicht. Sie arbeitet quasi bereits im Auto, trifft Verabredungen, cancelt etwas, sagt einfach hallo, ma nischma. (wie geht’s).

Diese Woche gab es wieder Ausflüge, Besuche, Galerie-hopping. In einer Galerie wurden Bilder gezeigt von Moshe Gershuni: Germania. Ich konnte nicht herausfinden, was die gezeigten Bilder über „Germania“ aussagen wollten, wenn überhaupt. Seine Ausstellung in  Berlin, Thema: no Father, no Mother, ließ mich auch etwas ratlos zurück. 

Ein besonders schöner Ausflug führte in den Süden, Richtung Ber Sheba, zu einem Kibbuz. Nach dem vielen Regen der vergangenen Wochen ist alles wunderschön grün, Gras, Büsche und gelbes und rotes Blühen darin. So ein schönes Land und so viel „balagan“. Dies Wort höre ich oft, es meint Unordnung, Durcheinander, Wirrwarr, Chaos. Jeder ist hier gewahr der politisch-sozialen Situation. Auch was im Moment in Deutschland los ist, ist Thema. Antisemitische Angriffe. Und nach dem „Copiloten“ wurde ich gefragt. Es gab da noch keine gesicherten Erkenntnisse über ihn. Ohnmacht, um ihn frei zu sprechen von Schuld?  Umso interessanter fand ich den Kommentar in einem Film (von Wim Wenders über den Photographen Salgado, Eingangssequenz im Film über eine Goldschürfmine in Brasilien, Goldsuchende, die an langen, sehr langen Leitern schwer bepackt mit Säcken voller Erde wie Ameisenzüge flink nach oben klettern, 50/60 mal am Tag): „Sie wissen, wenn sie stürzen, dann werden sie viele mit in die Tiefe reißen.“

Ich wollte ein Bild einstellen aus meiner Photosammlung, doch es klappt noch nicht. Ich arbeite dran.

Advertisements
Standard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s