Allgemein

Unterwegs

Ich sitze auf dem Flughafen in Frankfurt und warte, dass gleich das Boarding beginnt. Verschwitzt, obwohl ich leicht angezogen bin und auch leichtes Gepäck bei mir habe. Fast hätte ich den Flugkoffer doch noch nachträglich aufgegeben, als bei der Sicherheitskontrolle der Beamte fast triumphierend ein Corpus delicti herausfischte „Das ist es, was ich suche“ und meine Flasche mit Body Lotion in der Hand hielt. Obwohl nicht mal mehr halbvoll, ging sie nicht durch im Handgepäck, weil 200 ml drauf stand. Es schien ihm
Leid zu tun und er überlegte, ob ich noch so viel Zeit hätte, um zurückzugehen, um das Gepäck aufzugeben. Ein wenig hin und her, dann ließ ich mich von einem seiner Kollegen zum Ausgang begleiten mit Instruktionen, wie ich weiter verfahren soll. ich war schon knapp durch die Drehtür durch, als ich umdrehte, dem Beamten die Flasche in die Hand drückte und meinem Gate zustrebte. nein, nicht noch einmal die ganze Prozedur, dann sind eben einige Euro in den Sand gesetzt!
Diese Großzügigkeit ist neu an mir, quetsche ich doch gewöhnlich auch noch den letzten Tropfen aus Tiegeln und Tuben. Aber mir geht’s gut damit.
Hunger habe ich auf ein zweites Frühstück. kaufe eine Butterbrezel und einen Cappuccino und bin leicht geschmeichelt, als der Verkäufer sagt: Eine gute Wahl. Äh, wirklich, objektiv gesehen? Sekunden später bin ich wieder auf Normalmaß geschrumpft, denn auch der nächsten Kundin versichert er: Eine gute Wahl. Hätte ich mehr Zeit für eine kleine Feldforschung, wäre ich stehen geblieben, um zu hören, ob er Unterschiede macht zwischen den Kunden, vielleicht nur den Frauen und den Älteren so etwas sagt? Doch ich ziehe ab mit den beiden Rabattmünzen für einen Einkauf im Duty Free. Aber pro Artikel nur eine Münze, mahnt er mich noch.
Während ich auf meinen hochhackigen Stiefeln – ich schätze mal die Absatzhöhe auf 6-8 cm – durch die Halle rausche auf der Suche nach einem Geschäft mit Alkohol, denke ich über die enorme Verbesserung an Kundenfreundlichkeit nach in den letzten Jahren. Aber das hier war ein Quantensprung. Narzisstische Egopflege.
Sind meine Stiefel wirklich geeignet, solche Strecken auf dem Flughafen zurückzulegen? Ich zweifle sehr, aber das sie schick sind und mir zu einer flotten Erscheinung verhelfen, das ist gewiß.
erster Teil des Reiseberichtes, gleich müssen wir die ipads ausschalten.

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